Es ist Montag, der 2. November knappe 00.02und vor fast genau einem Monat erreichte ich meine neue Heimatstätte Berlin.
Es ist so unendlich in der letzten Zeit passiert. Wie wäre es auch wenn es nicht so wäre.
Zunächst haben wir uns glaube ich in der WG soweit ganz gut eingelebt, nur das mit dem Kochen funktioniert halt nicht so richtig, aber man kann ja nicht immer alles gleich von Anfang an haben.
Ansonsten sind wir allesamt schwer beschäftigt und teilen so leider Gottes nur wenig Zeit miteinander. Aber dafür nutzen die wenige Zeit schön gemeinsam und unternehmen lustige Ausflüge, wie zu Erstsemesterpartys in Potsdam oder Halloweenaktionen in X-Berg.
Durchaus sehr positiv überrascht bin ich von meiner Universität.
Ich finde sie optimal. Der Studiengang ist soweit optimal, meine Kommilitonen sind optimal und auch das Mensa-Essen ist nicht das schlechteste.
Das einzige worüber ich etwas stolpere ist in der Tat meine tägliche Dosis hebräisch. Diese Sprache ist wirklich nicht zu verkennen. Es macht Spaß sie zu lernen, aber so ganz einfach ist sie dann doch nicht. Ich bekenne mich auch bereits einige gute Partys mitgenommen zu haben. Mein kulturelles Leben bleibt derzeit leider auf der Strecke, da es in Lesen von Fachliteratur verschwendet wird, für die ich wohlgemerkt letztens nur für die wichtigsten Bücher 150 Euro ausgeben musste. Ich fühle mich arm, aber ich glaube das ist ein Dauerzustand von Studenten und vor allem Berliner, wenn man ständig für ne Party 10 Euro Eintritt zahlen muss, was man nicht alles hinnimmt.
Ich war jedoch bereits in einigen Museen und bin letztens dem Deutschem Historischen Museum beigetreten, weil ich mich unsterblich verliebt habe. Ich habe noch nie eine solche wunderbare und exzellente Aufarbeitung der deutschen Geschichte gesehen! Mein musisches Gehör hingegen hat Ruhepause bis auf die ein bis zwei Beethoven Sonaten in meinem Computer. Ich habe leider Gottes bislang niemanden gefunden, der mit mir in die Oper gehen möchte. Tztz, diese Kulturbanausen.
Ich habe auch wieder mit Yoga begonnen, belege es zwar derzeit an der TU, aber kostet genauso viel und im Winter fahre ich dann mit der HU nach Österreich Kaiser Alm Ski fahren.
Viel zu tun viel zu tun, deswegen komme ich ja kaum zu was.
Dann gibt’s da natürlich noch die Partei. Ich befinde mich derzeit sowohl bei den Jusos CW, als auch bei der JHG Potsdam und dem OV Wilmersdorf-Südost. Ich kann mich nicht beklagen, obwohl mein Fokus derzeit eher bei den Jusos liegt. Die liegen zwar wie zu erwarten nicht auf meiner Wellenlinie, aber irgendwie finde ich dort die Arbeit erheiternder. Letztens wollte die JHG noch die totale Basisdemokratie einführen, mit Urabstimmungen aller Gremien und Listen, ach ja und 11 Euro Mindestlohn für Universitätsangestellte. Die Diskussion läuft zwar noch, aber ich fühle mich derzeit dadurch wahnsinnig erheitert.
Ich versuche wieder in die Parteiarbeit reinzukommen, obwohl mir wohlgemerkt mein OV und auch die Jusos sehr fehlen. Mir tut es sehr weh um den LAK UwE, aber ich bin mir gewiss, dass er auch ohne mich gut laufen wird. Fulminanter Abschied von DD werde ich dann bei der LDK in Leipzig haben. Freudenfest, mal so richtig Leipzig aufmischen. Werde natürlich aber noch beim Bundesparteitag in Dresden dabei sein, wir wollen mit einer kleiner Gruppe aus Potsdam hin.
Tjoa, wie man sieht ist mein Leben vollkommen langweilig und normal oder sollte es zumindest sein. Ich freue mich jedoch sehr, dass bereits zahlreiche Dresdner den weiten Weg zu uns nach Berlin gefunden haben und schon derbe und auch nur locker gefeiert haben.
Auch für mich findet sich jetzt wohl die Zeit schlafen zu gehen, auch wenn ich morgen frei habe, aber Hebräisch guckt mich schon wieder ganz böse an, deswegen alle eine gute Nacht.