Wenn ich Künstler oder Poet wäre, dann hätt ich Meister, die ich bestaunen würde.
Ich hätte mir zunächst zwei besondere Meister gewählt.
Auf der einen Seite der Poet und Lyriker Rainer Maria Rilke.
Auf der anderen Seite den Schriftsteller Günther Grass.
Ich finde Rilke berauschend. Seine Schreibweise ist faszinierend und gleicht der da meinen.
Der Tenor seiner Schrift ist, so bilderreich und abstrakt zu um schreiben, so dass er viel von seiner Persönlichkeit freigibt, sobald man den Schlüssel für den Text gefunden hat.
Dieser Schlüssel liegt meist in persönlichen Erlebnissen oder Ereignissen die ihn bewegt haben.
Wenn ich mich an „Das Karussell“ erinnere, dann fließt dabei nicht nur die Sprache wie in einer Karussellumdrehung mit, sondern der Rhythmus selbst des Gedichtes macht das geschriebene fassbar. Es ist so einzigartig und leicht zu verstehen, sobald man verstanden hat, was er eigentlich damit meint.
Auf der anderen Seite wäre Grass. Moderner Schriftsteller mit moderenen Themen, mit Hang zum persönlichen und den leicht egomanischen Tatsch.
Was ihn auszeichnet sind seine unendlichen Schachtelsätze getreu dem Motto, was du in zwei Sätzen sagen kannst, kannst du auch in einem mit vielen Kommatas machen. Genau diese Schriftweise macht es so spannend seine Texte zu lesen. Man weiß nie genau was einen erwartet. Wird etwas negiert oder bestätigt, entfällt es ganz der Realität.?
Gerade bin ich mit zwei weiteren Büchern fertig geworden. Das eine aus Interesse und das andere zur Belustigung.
Landesbühne von Lenz hat mich wieder stark an sein Bestseller Schweigeminute erinnert. Er schreibt für mich irgendwie auf eine faszinierende Art und Weise. Man kann sich so leicht in seine Bücher mitreißen lassen. Man findet sich in den Geschichten leicht wieder und findet den wahren Bezug zur Realität sehr gut. Ich mag ihn, auch wenn er nicht zu meinen Favoriten gehört. Er schreibt mir einfach zu klar und strukturiert. Kein Chaos keine Umschweife. Einfach darauf zu, aber trotzdem gehört er zu Recht zu den besten Literaten der Neuzeit.
Das andere Buch war „Ich bin kein Berliner“ von Kaminer. Wie immer schildert er dabei auf witzige Art und Weise das Leben in Berlin und gestaltet dieses Buch so zu einem internen Reiseführer. Es ist punktuell oberflächig nach meiner Meinung nach und der Hinweis auf seine eigene Person kommt doch zu häufig, aber insgesamt hat mich dieses Buch sehr erfreut und mich der Stadt näher gebracht.
Und jetzt wartet ein weiterer glanzvoller Auftritt auf mich. Döblins „Alexanderplatz“. Ich hab es bereits schon mal gelesen und war etwas leicht verwirrt von der expressionistischen Schreibweise der Zwanziger Jahre, aber ich glaube ein nochmaliges Lesen, vor allem wenn man persönlich vor dem Alex steht, könnte aufregend sein.