Ich muss sagen, dass ich seit meiner Ankunft in Dresden nicht nochmal nachgedacht habe.
Über alles. Es kund zu tun hat wahrscheinlich auch nicht den Sinn, aber ich möchte versuchen, alles zu erklären.
Ich habe im Februar 2008 mich dazu entschlossen ein DJIA zu machen. Einerseits habe ich nur gutes von den Leuten gehört und zweitens wollte ich mit einer christlichen Organisation ins Ausland. Ich wollte ursprünglich nach Schweden. Ich bekam leider erst im Juni über meine Zukunft bescheid. Ich sollte nach Polen gehen. Zu spät um sich noch etwas anderes zu suchen. Also willigte ich ein. Jedoch mit einer Voraussetzung, ich möchte in eine Großstadt, wo es Kultur und Co. gibt.
Ich ging also voller Vorfreude an das Projekt ran. Leider stand vor unserer Abreise noch nicht fest wo genau wir hinkommen sollten. Mir war das schon nicht ganz koscher, aber ich fragte nach und mir wurde versichert, dass ich in ein Studentenwonheim nach Warschau kommen würde. Also warum nicht? Doch als wir ankamen war alles anders. Ich sollte vorher eigentlich halbe halbe im Büro und Altersheim und Kindergarten arbeiten. Ab der Ankunft sollte ich nur noch im Altersheim in Konstancin-Jerziona arbeiten und einen Tag im Büro. Naja. Und wohnen im Altersheim. Na gut, da ist man schon von zu Hause weg, dann kann man solch einen Spaß auch noch mitmachen. Dachte ich zumindest. Als ich ankam war erst mal klar, keine Sau wird sich hier um mich kümmern. Meine eigentliche Tutorin gab es nicht. Der neue Direktor war ein Arsch und war nicht besonders von Deutschen begeistert. Genauso wie die Bewohner. Ich habe nur sehr wenige Bewohner kennen gelernt, die gegen Deutsche nichts haben .Die waren meistens aber selbe welche.
Ich wohnte also irgendwo am Stadtrand von Warschau. Ich brauchte über eine Stunde in die Stadt. Keine Möglichkeit an kulturellen Sachen teilzunehmen, da ich nachts ein Stück laufen musste, konnte ich mich nicht ganz so frei bewegen, denn Polen ist leider nicht das sicherste Land. Es streunen Nachts zu haufen Hunde herum und zwielichtige Gestalten. Also stand ich da, ohne Arbeit, weil keiner mich haben wollte, ohne Freizeitmöglichkeiten, ohne Freunde und ohne Sinn.
Es war der absolute Horror. Ich bin gekommen, um etwas zu machen. Um zu helfen. Ich bin gegangen mit einem Gefühl, dass die Polen uns Deutsche nicht mögen und meine Organisation versagt hat.
Ich ärgere mich heute sehr. Über mich. Ich hätte mir von Anfang an etwas suchen sollen, was wirklich mir entspricht. Ich hätte vorher nein sagen sollen, als noch nichts zu spät ist und natürlich bin ich auf meine Orga sauer. Es war nichts fertig, nichts geplant und dann sollte es aber klappen. Illusion.
Ich bin froh wieder hier zu sein, wehmütig nicht im Ausland zu sein und hoffe jetzt, dass ich alles besser machen werde. Hoffentlich zumindest.