Archiv für Mai 2009

Tschüss und weg…

Mai 12, 2009

Ich muss sagen, dass ich seit meiner Ankunft in Dresden nicht nochmal nachgedacht habe.
Über alles. Es kund zu tun hat wahrscheinlich auch nicht den Sinn, aber ich möchte versuchen, alles zu erklären.
Ich habe im Februar 2008 mich dazu entschlossen ein DJIA zu machen. Einerseits habe ich nur gutes von den Leuten gehört und zweitens wollte ich mit einer christlichen Organisation ins Ausland. Ich wollte ursprünglich nach Schweden. Ich bekam leider erst im Juni über meine Zukunft bescheid. Ich sollte nach Polen gehen. Zu spät um sich noch etwas anderes zu suchen. Also willigte ich ein. Jedoch mit einer Voraussetzung, ich möchte in eine Großstadt, wo es Kultur und Co. gibt.
Ich ging also voller Vorfreude an das Projekt ran. Leider stand vor unserer Abreise noch nicht fest wo genau wir hinkommen sollten. Mir war das schon nicht ganz koscher, aber ich fragte nach und mir wurde versichert, dass ich in ein Studentenwonheim nach Warschau kommen würde. Also warum nicht? Doch als wir ankamen war alles anders. Ich sollte vorher eigentlich halbe halbe im Büro und Altersheim und Kindergarten arbeiten. Ab der Ankunft sollte ich nur noch im Altersheim in Konstancin-Jerziona arbeiten und einen Tag im Büro. Naja. Und wohnen im Altersheim. Na gut, da ist man schon von zu Hause weg, dann kann man solch einen Spaß auch noch mitmachen. Dachte ich zumindest. Als ich ankam war erst mal klar, keine Sau wird sich hier um mich kümmern. Meine eigentliche Tutorin gab es nicht. Der neue Direktor war ein Arsch und war nicht besonders von Deutschen begeistert. Genauso wie die Bewohner. Ich habe nur sehr wenige Bewohner kennen gelernt, die gegen Deutsche nichts haben .Die waren meistens aber selbe welche.
Ich wohnte also irgendwo am Stadtrand von Warschau. Ich brauchte über eine Stunde in die Stadt. Keine Möglichkeit an kulturellen Sachen teilzunehmen, da ich nachts ein Stück laufen musste, konnte ich mich nicht ganz so frei bewegen, denn Polen ist leider nicht das sicherste Land. Es streunen Nachts zu haufen Hunde herum und zwielichtige Gestalten. Also stand ich da, ohne Arbeit, weil keiner mich haben wollte, ohne Freizeitmöglichkeiten, ohne Freunde und ohne Sinn.
Es war der absolute Horror. Ich bin gekommen, um etwas zu machen. Um zu helfen. Ich bin gegangen mit einem Gefühl, dass die Polen uns Deutsche nicht mögen und meine Organisation versagt hat.
Ich ärgere mich heute sehr. Über mich. Ich hätte mir von Anfang an etwas suchen sollen, was wirklich mir entspricht. Ich hätte vorher nein sagen sollen, als noch nichts zu spät ist und natürlich bin ich auf meine Orga sauer. Es war nichts fertig, nichts geplant und dann sollte es aber klappen. Illusion.

Ich bin froh wieder hier zu sein, wehmütig nicht im Ausland zu sein und hoffe jetzt, dass ich alles besser machen werde. Hoffentlich zumindest.

Damit es Frieden werde auf Erden

Mai 12, 2009

Demnjanjuks ist endlich in Deutschland angekommen.
Und jetzt? Wie soll es weiter gehen?
Es ist eine Frage, die bereits drei Generationen betrifft.
Was machen wir mit solchen Menschen, die damals Millionen Menschen getötet haben und bis heute unbestraft davon gekommen sind?
Damals war in der DDR die Faktenlage klar. Die BRD ist ein Staat der Faschisten.
Immerhin sind bis heute Nazigrößen unter uns in unserer demokratischen Mitte.
Sie gingen nach dem Krieg normalen Beschäftigungen nach. Sie wurden Prokuristen oder Lagerarbeiter. Aber trotzdem waren und sind sie noch immer unter uns. Trotz ewig langen Abschlusses dieses Problems. Es gibt kein Ende dieser Problematik.
Meine Generation sieht das wahrscheinlich so ähnlich wie ich.
Wie soll man richten? Wie soll man verurteilen?
Wie soll man diese Menschen in unserem heutigen System bestrafen?
Die wahrscheinlich spannendste Frage ist: Wird er denn manchmal wenigstens heimgesucht von den Toten? Träumt er wenigstens Nachts von den Dingen die er getan hat? Gibt es da Reue?
Es ist ein unvorstellbarer Gedanke, ein Mensch verantwortlich für zig tausend Tote. Für Menschen, die auf brutalste Art und Weise sterben mussten, weil sie eben nicht in das Bild reinpassten.
Es tauchen immer wieder Zeitzeugen auf. Noch. Es sind die letzten, die von ihrem Erlebnissen berichten können. Wenn man sich jedoch ernsthaft versucht in die Situation hineinzuversetzen, wird einem schnell bewusst, wie zweckunmäßig das eigentlich ist. Ich kann es mir nicht vorstellen.
Ich gebe zu, der Besuch von Auschwitz hat mich geschockt. Ich will seit diesem Tag weder etwas hören vom Dritten Reich noch darüber nachdenken. Ich wünschte mir, es wäre Geschichte, denn manchmal sehe ich im Traum Bilder von diesen jungen Menschen, obwohl ich doch gar nicht dabei war. Und solch ein Mörder, was denkt er? Ist das so eine Art Jugendsünde? Na er war halt noch jung. Ich kann verstehen, dass Menschen sich verleiten lassen haben, dieses System zu unterstützen. Ich kann sogar nachvollziehen, dass sie dies in der DDR wiederholt haben und Feindbilder im Kopf geschaffen haben. Was ich jedoch nicht verstehen kann ist, wie man wirklich sich nicht selbst umbringen konnte und die ganze Zeit mit dieser Gewissheit leben konnte, so viele Menschen umgebracht zu haben. Es ist auch nicht wie bei Mörder, die Krank im Kopf sind. Ich denke, dass diese Menschen der Gestapo, SS und Co. von ihrem Handeln überzeugt waren, klar im Kopf, kalt und berechenbar. Ich stehe jetzt als eine der zweiten Generation nach dem Krieg vor diesen Menschen und überlege mir, was ich für sie empfinden soll. Eigentlich nur Trauer. Trauer für die Toten, Trauer für das Verbrechen und Trauer für diejenigen, die damals bewusst etwas grausames getan haben.
Ich hoffe für die Zukunft und vor allem für die zweite Generation nach mir, dass sie dieses Thema in der Geschichte als etwas unwahres wahrnehmen können. Als etwas, was sie sich nie wieder vorstellen können. Ich hoffe für die Zukunft, dass Menschen aus Polen, Ukraine und Deutschland Freunde sind, dass es keinen Hass gibt.
Was nützt mir eine Zukunft in die man hasserfüllt schaut.
Ich fordere deswegen in Namen meiner Generation auf, liebe Elterngeneration kümmert euch gefälligst darum, dass wir stolz sein können auf euch, dass wir nicht so wie 1968 auf die Straße gehen müssen, dass ihr unsere Zukunft hoffnungsvoller macht.
Ich wünsche mir ein Stückchen weit den Frieden

Leave me out and give my feeling a name..

Mai 8, 2009

Leave me out with the waste
This is not what I do
It’s the wrong kind of place
To be thinking of you
It’s the wrong time
For somebody new
It’s a small crime
And I’ve got no excuse

Is that alright?
Give my gun away when it’s loaded
Is that alright?
If u don’t shoot it how am I supposed to hold it
Is that alright?
Give my gun away when it’s loaded
Is that alright
With you?

Leave me out with the waste
This is not what I do
It’s the wrong kind of place
To be cheating on you
It’s the wrong time
She’s pulling me through
It’s a small crime
And I’ve got no excuse

Is that alright?
I give my gun away when it’s loaded
Is that alright?
If you dont shoot it, how am I supposed to hold it
Is that alright?
I give my gun away when it’s loaded
Is that alright
Is that alright with you?

Is that alright?
I give my gun away when it’s loaded
Is that alright?
If you don’t shoot it, how am I supposed to hold it
Is that alright?
If I give my gun away when it’s loaded
Is that alright
Is that alright with you?

Is that alright?
Is that alright?
Is that alright with you?
Is that alright?
Is that alright?
Is that alright with you?

No…

(9 Crimes by Damien Rice)

Getrieben durch die Welt

Mai 7, 2009

Heimat heimat heimat in Sicht
Heimatlos Land in Sicht
Eine Nation, ein Land, ein Volk und ich
Und ich, heimatlos getrieben.
In einem Land, ein Land, ein Land
Das kennt jeder, da ist jeder, da lebt jeder
Heimatlos in der Welt.